I. The Event of Christ's Appearance in the Etheric World — GA 118. True Nature of the Second Coming — Rudolf Steiner Archive

Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der Ätherischen Welt

Wenn der Mensch sich eine Zeitlang beschäftigt hat mit der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung und die verschiedenen Ideen, Gedanken und Erkenntnisse, die er durch diese Weltanschauung gewinnt, dann auf sich wirken läßt, stellen ihm ja diese Erkenntnisse die mannigfaltigsten Fragen. Und man wird eigentlich immer mehr und mehr Geisteswissenschafter dadurch, daß man solche Fragen, die eigentlich Empfindungs-, Gemüts-, Charakterfragen, kurz die Lebensfragen genannt werden können, an die geisteswissenschaftlichen Ideen knüpft. Diese Ideen sind ja solche, die nicht bloß unsere theoretische, unsere wissenschaftliche Neugierde befriedigen, sondern die uns aufklären über die Rätsel des Lebens, über die Geheimnisse des Daseins. Und diese Gedanken und Ideen werden für uns erst recht fruchtbar, wenn wir ihren Inhalt, ihren Wert und ihre Bedeutung nicht bloß denken, fühlen und empfinden, sondern wenn wir sozusagen lernen, unter ihrem Einfluß die Welt, die um uns herum ist, anders anzuschauen. Diese Ideen sollen uns durchdringen mit Wärme, sollen zu Impulsen, zu Gemütskräften in uns werden. Das werden sie immer mehr und mehr, wenn uns die Antworten, die wir auf bestimmte Fragen bekommen, sozusagen neue Fragen vorlegen, und wenn wir so geführt werden von Frage zu Antwort und die Antwort uns eigentlich wiederum zu einer Frage wird, und dann uns wiederum eine neue Antwort kommt und so weiter. Dadurch schreitet man vorwärts in der geistigen Erkenntnis und auch im geistigen Leben.

In den öffentlichen Vorträgen wird es noch ziemlich lange dauern, bis es möglich sein wird, der gegenwärtigen Menschheit die intimeren Seiten des geistigen Lebens zu enthüllen, aber in unseren Zweigen dürfte doch schon immer mehr und mehr die Zeit heranrücken, wo auch über intimere Fragen gesprochen werden kann. Dabei wird sich immer herausstellen, daß sozusagen neu hinzugekommene Mitglieder durch dieses oder jenes überrascht, schockiert werden können. Aber wir würden in unserer Arbeit nicht vorwärtskommen, wenn wir nicht auch aufrücken könnten zu der Besprechung von intimeren Lebensfragen aus der geisteswissenschaftlichen Forschung und Erkenntnis heraus. Deshalb sollen heute - selbst vielleicht, wenn bei denjenigen von Ihnen, die noch weniger lange sich in das spirituelle Leben hineinversenkt haben, dadurch Mißverständnisse entstehen könnten - einige intimere Tatsachen der geistigen Erkenntnis wiederum einmal vor unsere Seele treten.

Eine wichtige Frage ergibt sich ohne Zweifel für unsere Seele, wenn wir die Idee, den Gedanken der Wiederverkörperung, der wiederholten Erdenleben, nicht bloß abstrakt denken, sondern wenn wir nachdenklich werden, wenn wir uns sinnvoll vertiefen in diese Tatsache des geistigen Lebens. Da knüpfen sich sozusagen an diese Antwort, die uns in der Wiederverkörperung gegeben wird, an diese wichtige Lebensfrucht neue Fragen an. Wir können zum Beispiel die Frage aufwerfen: Wenn der Mensch wiederholt auf der Erde lebt, wenn er in immer neuen und neuen Verkörperungen wiederkehrt, was hat denn das für einen tieferen Sinn, daß wir so das Leben wiederholt durchmachen? — Im allgemeinen sagt man ja wohl auch: Nun gewiß, wir steigen dadurch immer höher und höher, wir erleben die Ergebnisse, die Früchte vorhergegangener Erdenleben in den spätesen Erdenleben, und dadurch gerade vervollkommnen wir uns. - Das ist aber immer noch ziemlich allgemein, abstrakt gehalten. Erst durch genauere Erkenntnis über den ganzen Sinn des Erdenlebens dringen wir auch ein in die Bedeutung der wiederholten Erdenleben. Wenn nämlich unsere Erde selber sich nicht verändern würde, wenn sozusagen der Mensch immer wiederkehren würde auf eine Erde, die im wesentlichen sich gleich bliebe, dann würde eigentlich nicht viel zu lernen sein durch die aufeinanderfolgenden Inkarnationen oder Verkörperungen. Nur dadurch, weil wir eigentlich in jeder Inkarnation oder Verkörperung auf unserer Erde Neues lernen, Neues erleben können, haben diese Inkarnationen oder Verkörperungen einen Sinn. In kurzen Zeiträumen macht sich das ja nicht so stark geltend, aber wenn wir lange Zeiträume überblicken, wie wir das durch die Geisteswissenschaft können, dann zeigt sich uns schon, daß sich die Epochen unserer Erde verschieden gestalten und wir immer Neues und Neues erleben. Da müssen wir aber auch etwas anderes einsehen. Wir müssen einsehen, daß wir auch zu berücksichtigen haben diese Veränderungen im Erdenleben selber. Denn wenn wir sozusagen es versäumen, in einer bestimmten Epoche unseres Erdendaseins dasjenige zu erleben, zu erlernen, was in dieser Epoche der Erdenentwickelung zu lernen ist, dann kommen wir zwar wieder in einer neuen Verkörperung, aber wir haben eben etwas versäumt, wir haben nicht das in uns einströmen lassen, was wir im vorhergegangenen Zeitraum einströmen lassen sollten. Und wir können dann den nächsten Zeitraum hindurch unsere Kräfte und Fähigkeiten nicht in der richtigen Weise anwenden.

Noch ganz im allgemeinen gesprochen, kann man sagen: Jetzt in unserem Zeitraum ist auf der Erde, fast über den ganzen Erdball hin, etwas möglich, was zum Beispiel den Menschen, die jetzt leben, in ihrer vorhergehenden Inkarnation nicht möglich war. Es sieht sonderbar aus, aber es ist doch so, daß das eine gewisse, und zwar eine große Bedeutung hat. In der gegenwärtigen Inkarnation ist es einer gewissen Anzahl von Menschen möglich, zur Geisteswissenschaft zu kommen, das heißt, diejenigen Ergebnisse geistiger Forschung in sich aufzunehmen, welche auf dem Felde der Geisteswissenschaft eben heute aufgenommen werden können. Gewiß, das wird als etwas höchst Unbedeutendes angesehen werden können, daß sich da einige Menschen zusammenfinden, welche in sich einströmen lassen die Erkenntnisse der geistigen Forschung. Aber diejenigen, die das unbedeutend finden, verstehen eben gerade nicht die Bedeutung der Wiederverkörperung, und daß man nur während einer Verkörperung etwas aufnehmen kann. Nimmt man es nicht auf, so hat man etwas versäumt, was einem dann für die nächsten Verkörperungen fehlt.

Das ist dasjenige, was wir uns vor allen Dingen so recht zu Gemüte führen müssen: Das, was wir in der Geisteswissenschaft heute lernen, das vereinigt sich mit unserer Seele, das bringen wir wieder mit, wenn wir in der nächsten Verkörperung wieder heruntersteigen.

Und wir wollen uns heute einmal ein Verständnis dafür verschaffen, was das für eine Bedeutung hat für unsere Seele. Da werden wir mit manchem, was Sie schon aus andern Vorträgen und aus Ihrer Lektüre kennen, verknüpfen müssen mancherlei Tatsachen des geistigen Lebens, die Ihnen mehr oder weniger neu oder noch ganz unbekannt sind. Zuerst müssen wir in frühere Zeiträume in der Entwickelung der Menschheit zurückgehen. Wir haben schon öfters in frühere Zeiträume unserer Erdenentwickelung zurückgeblickt. Wir haben gesagt: Wir leben jetzt in dem fünften Zeitraum nach unserer großen atlantischen Katastrophe. Diesem fünften ging derjenige Zeitraum voran, in dem die griechischen und lateinischen Völker die Hauptideen und Hauptempfindungen angegeben haben für den Erdenwillen: es ging der vierte Zeitraum, der griechisch-lateinische Zeitraum voran. Diesem ging der dritte, der chaldäisch-babylonisch-assyrisch-ägyptische Zeitraum voran, diesem der urpersische und diesem schließlich der uraltindische Zeitraum. Und wenn wir dann noch weiter vorrücken in eine noch fernere Urzeit, dann treffen wir auf die große atlantische Katastrophe, welche einen alten Kontinent, ein altes Festland, die alte Atlantis vernichtet hat, die sich ausgedehnt hat an der Stätte, wo heute der Atlantische Ozean sich ausbreitet, jene atlantische Katastrophe, welche dieses Festland nach und nach hinweggefegt hat und andererseits unserem heutigen festen Erdenrund, auf dem wir heute leben, sein Antlitz gegeben hat. Dann, weiter zurückgehend, würden wir in noch frühere Zeiträume zurückkommen, die vor der atlantischen Katastrophe liegen. Wir würden zu jenen Kulturen und Lebensverhältnissen kommen, die sich auf jenem atlantischen Kontinent entwickelt haben und die wir die atlantischen nennen, die Kulturen der atlantischen Rassen. Und diesen gehen noch frühere Zustände voran.

Wenn man nun dasjenige überblickt, was uns die Geschichte erzählt - sie reicht ja nicht sehr weit zurück -, dann kann man allerdings leicht in den Glauben verfallen, obwohl das auch für kürzere Zeiträume schon ein ganz unbegründeter Glaube ist, daß es auf unserer Erde immer so ausgesehen hätte wie jetzt. Das ist aber nicht der Fall. Ganz gründlich haben sich vielmehr die Verhältnisse auf unserer Erde geändert, und am stärksten haben sich die Seelenverhältnisse der Menschen geändert. Die Seelen derjenigen Menschen, die heute hier sitzen, waren ja in allen diesen Zeitaltern der Erde in den entsprechenden Leibern verkörpert und haben damals in sich eingesogen, was man eben in diesen Zeiträumen der Erdenentwickelung einsaugen konnte. Jedesmal hat dann die Seele von Inkarnation zu Inkarnation andere Fähigkeiten entwickelt. Unsere Seelen waren ganz anders als heute, wenn auch noch nicht vielleicht in dem Maße anders während des griechisch-lateinischen Zeitraumes. Aber sehr stark unterschieden sie sich von heute im urpersischen und noch mehr im urindischen Zeitraum. Mit ganz andern Fähigkeiten waren unsere Seelen damals ausgestattet, und unter ganz andern Bedingungen lebten sie in jenen alten Zeiten.

Da wollen wir uns nun einmal heute, damit wir uns in bezug auf das Folgende recht gut verstehen, so deutlich als möglich vor das geistige Auge rücken, wie diese unsere Seelen waren - nun, sagen wir einmal, um gleich etwas Bedeutungsvolles zu haben - nach der atlantischen Katastrophe, als sie verkörpert waren in denjenigen Leibern, die auf der Erde nur möglich waren zur Zeit der ersten indischen Kultur. Wir müssen diese erste indische Kultur nicht so auffassen, daß sie sich nur im alten Indien geltend gemacht hat. Dieses indische Volk war damals nur das tonangebendste, das wichtigste, aber die Kultur der ganzen Erde war eine andere und hatte Eigentümlichkeiten, die geprägt waren sozusagen von dem, was die Führer für die alten Inder angaben. Wenn wir nun unsere Seelen betrachten, wie sie dazumal waren, so müssen wir uns zuallererst sagen: Eine solche Erkenntnis, wie die Menschen sie heute haben, die war dazumal noch ganz unmöglich. Ein so deutliches Selbstbewußtsein, ein so deutliches IchBewußtsein wie heute, das gab es dazumal nicht. - Die Menschen haben sozusagen kaum daran gedacht, daß sie ein Ich sind. Dieses Ich war zwar schon als eine Kraft in den Menschen, aber die Erkenntnis des Ich ist noch etwas anderes als die Kraft des Ich, die Wirksamkeit des Ich. Also die Menschen waren noch nicht mit einer solchen Innerlichkeit behaftet, wie sie es heute sind. Dafür aber hatten sie ganz andere Fähigkeiten, dafür hatten sie das, was wir oft genannt haben ein altes dämmerhaftes Hellsehen.

Wenn wir die Menschenseele während des Tageslebens in der damaligen Zeit betrachten, so finden wir, daß sie sich noch nicht so recht als ein Ich fühlt. Der Mensch fühlt sich als ein Angehöriger seines Stammes, seines Volkes. Als ein Glied desselben, wie die Hand als ein Glied des Leibes, so stand das einzelne Ich ein für die ganze Gemeinschaft des Stammes und Volkes. Der Mensch empfand sich noch nicht als ein individuelles Ich, als das er heute sich fühlt. Das Volks-Ich, das Stammes-Ich war das, worauf man hinschaute. So lebte man während des Tages. Man wußte sozusagen noch nicht so recht, daß man ein Mensch ist. Wenn aber dann der Abend kam und man hinüberschlief, so verdunkelte sich das Bewußtsein auch nicht vollständig, wie das heute der Fall ist, sondern während des Schlafes war die Seele fähig, wahrzunehmen geistige Tatsachen; so zum Beispiel in ihrer Umgebung Tatsachen, von denen der heutige Traum nur ein Schatten ist, geistige Begebenheiten, geistige Tatsachen, von denen der heutige Traum in der Regel nicht mehr eine volle Wirklichkeit darstellt. Solche Wahrnehmungen hatten die Menschen, so daß die Menschen dazumal wußten: Es gibt eine geistige Welt. Den Menschen war die geistige Welt eine Wirklichkeit, aber nicht durch irgendeine Logik, durch etwas, was zu beweisen notwendig war, sondern weil sie ja jede Nacht, wenn auch mit einem dumpfen traumhaften Bewußtsein, in der geistigen Welt darinnen waren. Das war aber noch nicht die Hauptsache. Es gab außer dem Schlafen und dem Wachzustand auch noch Zwischenzustände, während denen der Mensch weder ganz schlief noch ganz wach war, wo dann zwar das Ich-Bewußtsein noch mehr aufhörte, als es bei Tage war, dafür aber auch jenes Wahrnehmen von geistigen Begebenheiten, jenes traumhafte Hellsehen noch wesentlich stärker war als sonst während der Nacht. So gab es Zwischenzustände, in denen die Menschen zwar ohne Selbstbewußtsein, aber doch mit Hellsichtigkeit begabt waren. Der Mensch war in solchen Zuständen damals wie entrückt, so daß er sozusagen von sich nichts wußte. Er wußte da nicht: Ich bin ein Mensch - wohl aber wußte er: Ich bin ein Glied einer geistigen Welt, darinnen kann ich wahrnehmen, ich weiß, daß es eine geistige Welt gibt. - Dieses waren die Erlebnisse der Menschenseele in der damaligen Zeit. Und noch viel heller, viel, viel heller war dieses Bewußtsein und dieses Leben in der geistigen Welt in der atlantischen Zeit. So daß wir also, wenn wir das überblicken, zurückschauen auf ein Zeitalter traumhaften, dämmerhaften Hellsehens unserer Seelen, das nach und nach abgenommen hat in der Menschheitsentwickelung.

Wären nun unsere Seelen bei diesem alten traumhaften Hellsehen stehengeblieben, dann hätten wir uns nicht jenes individuelle Selbstbewußtsein aneignen können, das wir heute haben. Dann hätten wir nie wissen können, daß wir Menschen sind. Wir mußten schon sozusagen jenes Bewußtsein von der geistigen Welt verlieren, um das IchBewußtsein dafür eintauschen zu können. In der Zukunft werden wir beides zusammen haben. In der Zukunft werden wir alle wiederum dasjenige erlangen, was trotz der Aufrechterhaltung des Ich-Bewußtseins die volle Hellsichtigkeit ergibt, was heute nur bei dem vorhanden sein kann, der den Weg der Initiation beschritten hat. Es wird in der Zukunft bei allen Menschen möglich sein, wiederum in die geistige Welt hineinzuschauen und doch sich als ein Mensch, ein Ich zu fühlen.

Vergegenwärtigen Sie sich nun noch einmal, was da geschehen ist. Von Verkörperung zu Verkörperung gegangen ist die Seele. Früher war sie hellsichtig; dann später kommt immer deutlicher und deutlicher das Bewußtsein auf, ein Ich zu werden, damit aber auch deutlicher die Möglichkeit, selbst zu urteilen. Denn solange man noch hellsichtig in die geistige Welt schaut und sich nicht als Ich fühlt, so lange kann man auch nicht urteilen, kombinieren. Das letztere trat als Fähigkeit immer mehr und mehr auf, aber in jeder folgenden Inkarnation wurde dafür die alte Hellsichtigkeit geringer. Immer weniger und weniger lebte der Mensch in solchen Zuständen, in denen er hineinschauen konnte in die geistige Welt. Und immer mehr lebte er sich in den physischen Plan ein, bildete das logische Denken aus und fühlte sich als Ich. Dabei nimmt die Hellsichtigkeit immer mehr ab. Der Mensch nimmt nun die äußere Welt wahr und wird immer mehr in sie verstrickt, aber der Zusammenhang mit der geistigen Welt wird immer geringer. Man kann also sagen: In den uralten Zeiten war der Mensch eine Art geistigen, spirituellen Wesens, denn er lebte als eine spirituelle Wesenheit im unmittelbaren sozialen Zusammenhang als Genosse von andern geistigen Wesenheiten, er fühlte sich zu andern geistigen Wesen gehörig, zu denen er heute mit normalen Sinnen nicht mehr hinaufschauen kann. Es sind heute auch, wie wir ja wissen, außer der Welt, die uns unmittelbar umgibt, noch andere geistige Welten um uns herum, in denen andere geistige Wesenheiten leben. Aber mit normalem Bewußtsein sieht der Mensch heute in diese Welten nicht hinein. Früher aber war er ihr Genosse, sowohl im nachtschlafenden Bewußtsein wie in jenem Zwischenzustand, von dem wir sprachen. Da lebte er darinnen und verkehrte mit diesen andern Wesenheiten. Jetzt kann er das normalerweise nicht mehr. Er wurde sozusagen aus seiner Heimat, der geistigen Welt, herausgesetzt und mit jeder neuen Verkörperung immer mehr und mehr in diese Erdenwelt hinunterversetzt.

In den Pflegestätten des geistigen Lebens und in denjenigen Erkenntnissen und Wissenschaften, in denen man solches noch gewußt hat, hat man immer darauf Rücksicht genommen, daß unsere Inkarnationen durch solche verschiedenen Erdenzeitalter hindurchgegangen sind. Man blickte zurück auf ein sehr altes Zeitalter, das sogar noch vor der atlantischen Katastrophe liegt, in dem die Menschen eigentlich mit den Göttern oder Geistern unmittelbar zusammenlebten und sich selber natürlich dann auch ganz anders fühlten und empfanden. Denn Sie können sich ja denken, daß die Menschenseele ganz anders empfinden mußte in einem Zeitalter, wo sie ganz gewiß wußte, daß sie zu den höheren Wesenheiten aufblicken kann, und wo sie sich selbst als Glied jener höheren Welt wußte. So lernte sie auch ganz anders empfinden und fühlen. Sie müssen sich, wenn Sie auf diese Tatsachen hinblicken, vorstellen, daß wir auch heute nur sprechen und denken lernen können, wenn wir unter Menschen aufwachsen, denn das sind Fähigkeiten, die Sie nur unter Menschen erlangen können. Wenn irgendein Kind heute auf eine einsame Insel versetzt würde und dort aufwachsen würde ohne Umgang mit Menschen, so würde es durchaus nicht die Fähigkeiten des Denkens und Sprechens erlangen. Es hängt also für die Entwickelung eines Wesens etwas davon ab, ob es unter dieser oder jener andern Gattung von Wesen aufwächst und mit diesen oder jenen Wesen zusammenlebt. Davon hängt etwas für die Entwickelung ab. An Tieren schon können Sie das beobachten. Es ist bekannt, daß Hunde, die aus Verhältnissen, in denen sie mit Menschen zusammen sind, herausversetzt werden, dahin, wo sie niemals mit einem Menschen zusammenkommen, das Bellen verlernen. Die Nachkommen solcher Hunde können dann gewöhnlich nicht mehr bellen. Es hängt etwas davon ab, ob ein Wesen unter solchen oder andern Wesen aufwächst und lebt. Sie können sich also ein Bild machen davon, daß es etwas anderes ist, ob Sie nur unter heutigen Menschen auf dem physischen Plane leben, oder ob Sie früher lebten - dieselben Seelen sozusagen - unter geistigen Wesenheiten in einer geistigen Welt, in die heute der normale Blick nicht hineinreicht. Da entwickelte sich auch die Seele anders; der Mensch hatte in sich andere Impulse, als er unter Göttern lebte. Andere Impulse hat der Mensch entwickelt unter Menschen, und andere, als er unter Göttern lebte. Das hat eine höhere Erkenntnis immer gewußt. Es blickte eine solche Erkenntnis zurück in jene alten Zeitalter, in denen die Menschen sozusagen im unmittelbaren Verkehr mit göttlich-geistigen Wesenheiten waren. Und unmittelbarer Verkehr mit den göttlichgeistigen Wesen, der wirkte so, daß die Seele sich zugehörig fühlte zur göttlich-geistigen Welt. Das erzeugte aber auch Impulse, Kräfte in der Seele, die in ganz anderem Sinne noch göttlich-geistig waren, als die heutigen Kräfte es sind. Da wo die Seele so wirkte, daß sie sich als zugehörig zu der höheren Welt fühlte, da, aus dieser Seele sprach auch ein Wille, der aus der göttlich-geistigen Welt stammte, von dem man sagen konnte, er sei eingeflößt, dieser Wille, weil die Seele unter Göttern lebte.

Von diesem Zeitalter, wo der Mensch noch eins war mit den göttlich-geistigen Wesenheiten, von diesem Zeitalter sprechen solche Erkenntnisse als von dem goldenen Zeitalter oder Krita Yuga. Das ist also ein altes Zeitalter, dessen wesentlichen Verlauf wir sogar noch vor der atlantischen Katastrophe suchen müssen. Dann kommt ein nächstes Zeitalter, wo die Menschen nicht mehr so stark wie in dem Krita Yuga ihren Zusammenhang fühlten mit der göttlich-geistigen Welt, wo sie nicht mehr so sehr ihre Impulse bestimmt fühlten durch das Zusammenleben mit den Göttern, wo auch ihr Blick sich schon mehr verdunkelte gegenüber dem Geist und der Seele. Aber noch hatten sie eine Erinnerung an das Zusammenleben mit den Geistern und Göttern. Dieses war insbesondere deutlich in der alten indischen Welt. Da konnte man sehr leicht über geistige Dinge reden. Man konnte die Menschen hinweisen auf die äußere Welt der physischen Wahrnehmung und doch, sagen wir, eine Maja oder Illusion in ihr sehen, weil die Menschen noch gar nicht so lange diese physischen Wahrnehmungen hatten. Das war im alten Indien der Fall. Die Seelen im alten Indien sahen zwar nicht mehr die Götter selber, aber noch geistige Tatsachen und niedrigere geistige Wesenheiten. Die hohen geistigen Wesenheiten wurden nur noch von einer kleineren Anzahl von Menschen gesehen, aber es war auch für diese schon jenes ganz lebendige Zusammenleben mit den Göttern verdunkelt. Die Willensimpulse aus der göttlich-geistigen Welt waren schon hingeschwunden. Dafür aber gab es noch die Möglichkeit, wenigstens in besonderen Bewußtseinszuständen einen Einblick in die geistigen Tatsachen zu gewinnen: im Schlafen und in den erwähnten Zwischenzuständen. Aber die wichtigsten Tatsachen dieser geistigen Welt, die vorher noch wie ein Miterleben da waren, die waren jetzt nurmehr da wie eine Art Erkenntnis der Wahrheit, wie etwas, was die Seele zwar noch genau wußte, was aber nur noch wie eine Erkenntnis, wie eine Wahrheit wirkte. Gewiß waren die Menschen noch in der geistigen Welt, aber schon nicht mehr so stark wie früher war die Gewißheit davon in diesem späteren Zeitalter. Man nennt es das silberne Zeitalter oder Treta Yuga.

Dann aber kamen die Zeitalter derjenigen Inkarnationen oder Verkörperungen, wo sich der Blick des Menschen gegenüber der geistigen Welt immer mehr abschloß, wo er immer mehr und mehr hingeordnet wurde auf die unmittebar äußere Sinneswelt, dafür aber auch befestigt wurde in dieser Sinneswelt, wo das innerliche Ich-Bewußtsein, das Menschheitsbewußtsein immer mehr und mehr hervortrat. Dieses Zeitalter, man nennt es das eherne Zeitalter oder Dvapara Yuga. Die Menschen hatten nun zwar nicht mehr eine solch hohe unmittelbare Erkenntnis von der geistigen Welt wie früher, aber es war wenigstens in der allgemeinen Menschheit noch etwas geblieben von der geistigen Welt. Man könnte es etwa so bezeichnen, wie wenn in den gegenwärtigen Menschen, wenn sie älter geworden sind, etwas von der Freude der Jugend geblieben ist. Sie ist zwar vorbei, aber erlebt hat man sie. Man weiß, man kennt sie, man kann davon reden wie von etwas, was einem vertraut ist. So war damals den Seelen noch etwas vertraut von dem, was zu den geistigen Welten hinführt. Das ist das Wesentliche des Dvapara Yuga.

Dann kam aber ein anderes Zeitalter, ein Zeitalter, in dem auch dieses Vertrautsein mit der geistigen Welt aufhört, wo sozusagen sich die Tore zuschließen gegenüber der geistigen Welt. Der Blick der Menschen wurde da immer mehr und mehr beschränkt auf die äußere sinnliche Welt und den Verstand, der die Eindrücke der Sinne verarbeitet, so daß die Menschen über die geistige Welt nur noch nachdenken konnten. Das ist die niedrigste Art, etwas über die geistige Welt zu wissen. Das, was die Menschen jetzt noch wirklich wußten aus ihrem eigenen Erleben heraus, das ist die sinnlich-physische Welt. Wollten die Menschen etwas wissen über die geistige Welt, so mußten sie dies durch ihr Nachdenken erreichen. Es ist das diejenige Zeit, wo der Mensch am ungeistigsten wurde und deshalb auch sich am meisten in der Sinnenwelt festlegte und festsetzte. Das war aber notwendig, um sein Selbstbewußtsein nach und nach bis zur höchsten Höhe entfalten zu können. Denn nur durch den groben Widerstand der äußeren Welt konnte der Mensch lernen, sich von der Welt zu unterscheiden und als Eigenwesenheit sich selber zu empfinden. Dieses letztere Zeitaltei nennt man auch Kali Yuga oder das finstere Zeitalter.

Ich bemerke ausdrücklich, daß man diese Ausdrücke auch für größere Epochen gebrauchen kann, so zum Beispiel die Bezeichnung Krita Yuga schon anwenden kann für einen noch größeren Zeitraum. Denn bevor jenes goldene Zeitalter da war, das geschildert worden ist, war der Mensch mit seinem Erleben an noch höheren Welten beteiligt, daher könnte man alle diese noch älteren Zeiten mit diesem Namen umfassen. Aber wenn man sozusagen in den Ansprüchen sich mäßigt, wenn man noch zufrieden ist mit jenem Maß von geistigem Erleben, das geschildert worden ist, dann kann man in dieser Weise einteilen, wie es nun geschehen ist. Für alle solche Zeitalter kann man ganz bestimmte Zeiträume angeben. Nun geht zwar die Entwickelung langsam und allmählich vonstatten, aber es gibt Grenzen, von denen man sagen kann: Vorher war hauptsächlich dieses und nachher war jenes Lebensverhältnis und Bewußtsein vorherrschend. So müssen wir rechnen, daß in dem Sinne, wie wir zuerst davon gesprochen haben, Kali Yuga etwa im Jahre 3101 vor unserer Zeitrechnung beginnt. Da sehen wir, daß unsere Seelen in immer neuen Verkörperungen auf der Erde erschienen sind, in denen sich der Blick der Menschen vor der geistigen Welt immer mehr verschlossen hat und so auch immer mehr eingeengt wurde auf die äußere Sinneswelt. Da sehen wir, daß tatsächlich unsere Seelen mit jeder neuen Verkörperung in immer neue Verhältnisse hineinkommen, in denen immer Neues gelernt werden kann. Was wir im Kali Yuga gewinnen können, das ist, uns in unserem Ich-Bewußtsein zu festigen. Vorher war das nicht möglich, denn da mußte man eben erst das Ich in sich aufnehmen.

Wenn nun Seelen versäumt haben, in einer Inkarnation dasjenige aufzunehmen, was gerade dieses Zeitalter gibt, dann ist es sehr schwer, in andern Zeiten das nachzuholen. Sie müssen dann lange Zeit warten, bis es möglich wird, doch in einer gewissen Beziehung das Versäumte nachzuholen, aber wir dürfen uns darauf durchaus nicht verlassen. Das also wollen wir vor unsere Seele rücken, daß während der Kali Yuga-Epoche etwas sehr Wesentliches geschehen ist, indem sozusagen die Tore zugemacht worden sind gegenüber der geistigen Welt. Das war auch jenes Zeitalter, in dem der Täufer Johannes wirkte und in dem wirkte der Christus. Für diese Zeit, die ja schon 3100 Jahre hatte hingehen sehen von dem finsteren Zeitalter, war wesentlich, daß die Menschen alle schon mehrere Male, wenigstens ein- bis zweimal dagewesen waren in diesem finsteren Zeitalter. Das Ich-Bewußtsein hatte sich gefestigt, die Erinnerung an die geistige Welt hatte sich verflüchtigt, und die Menschen mußten lernen, wenn sie nicht den Zusammenhang mit der geistigen Welt vollständig verlieren wollten, dieses Geistige in ihrem Ich zu erleben. Sie mußten ihr Ich so entwickeln, daß dieses Ich in seinem Inneren wenigstens gewiß sein konnte, daß es eine geistige Welt gibt und daß der Mensch dieser geistigen Welt angehört, und daß es höhere geistige Wesenheiten gibt. Das Ich mußte sich fähig machen, eine innere Empfindungsmöglichkeit, Glaubensmöglichkeit an die geistige Welt zu haben.

Wenn jemand in der Zeit des Christus Jesus ausgesprochen hätte, was eigentlich die Wahrheit in der damaligen Zeit gewesen ist, so hätte er sagen können: Das Himmelreich konnten die Menschen früher außerhalb ihres Ich, in jenen geistigen Fernen erleben, die sie erreichten, wenn sie aus sich herausgingen. Fern vom Ich mußte der Mensch die Reiche der Himmel, die Reiche der geistigen Welt erleben. Jetzt kann er diese Reiche der Himmel nicht so erleben, jetzt ist der Mensch so viel anders geworden, daß das Ich in sich diese Reiche erleben muß. Diese Reiche der Himmel sind so weit an den Menschen herangekommen, daß sie in das Ich hereinwirken. - Und das hat Johannes der Täufer den Menschen gesagt: «Die Reiche der Himmel sind nahe herbeigekommen», das heißt, nahe an das Ich herangekommen. Früher waren sie außerhalb des Menschen, jetzt mußte er in seinem allernächsten Wesen, in dem Ich, das nahe herbeigekommene Reich der Himmel begreifen. Und weil der Mensch nicht mehr hinausgehen konnte in diesem finsteren Zeitalter, dem Kali Yuga, aus der Sinneswelt in die geistige Welt, deshalb mußte das göttliche Wesen, der Christus, bis in die physisch-sinnliche Welt heruntersteigen. Das ist der Grund, warum der Christus bis in einen fleischlichen Menschen, in den Jesus von Nazareth heruntersteigen mußte, damit durch die Anschauung des Lebens und der Taten des Christus auf der physischen Erde die Menschen im physischen Leibe den Zusammenhang gewinnen konnten mit den Reichen der Himmel, der geistigen Welt. So daß wir also in der Zeit, als der Christus auf der Erde gewandelt ist, ein Zeitalter haben mitten drinnen im Kali Yuga, im finsteren Zeitalter, wo die Menschen, die nicht finster und dumpf dahinlebten, sondern ihre Zeit begriffen haben, sich sagen konnten: Es ist eine Notwendigkeit, daß der Gott heruntersteigt zu den Menschen, damit wiederum ein Zusammenhang gewonnen wird mit der geistigen Welt, der verloren war.

Würden dazumal keine Menschen dagewesen sein, die das verstanden hätten, die einen lebendigen Gemütszusammenhang gefunden hätten mit dem Christus, dann hätten die Menschen eben ihren Zusammenhang mit den geistigen Welten allmählich verloren, sie hätten in ihr Ich nicht aufgenommen den Zusammenhang mit den Reichen der Himmel. Es könnte durchaus sein, daß, wenn alle Menschen in einem solch wichtigen Zeitpunkt in Finsternis verharren würden, ein solches wichtiges Ereignis an ihnen dann vorbeigegangen wäre. Es wären dann die Menschenseelen verdorrt, verödet, verkommen. Verkörpert hätten sie sich wohl auch ohne den Christus noch einige Zeit, aber in ihr Ich hätten sie nicht einpflanzen können das, womit sie den Zusammenhang gefunden hätten mit den Reichen der Himmel. Es könnte sein, daß das Ereignis des Erscheinens des Christus auf der Erde überall unbemerkt hätte vorbeigehen können, so wie zum Beispiel die Menschen in Rom es nicht bemerkten. Wurde doch dort gesagt, es gebe irgendwo eine abgelegene, schmutzige Straße, da lebe eine besondere Sekte, greuliche Menschen wären das, und unter ihnen lebe ein greulicher Geist, der nenne sich Jesus von Nazareth und predige den Leuten allerlei, das sie zu allen möglichen schlimmen Taten anstifte. - Nur so viel wußte man in Rom zu gewissen Zeiten von Christus! Und Sie wissen vielleicht auch, daß es der so bedeutende römische Geschichtsschreiber Tacitus war, der so ähnlich es beschrieben hat etwa hundert Jahre nach den Ereignissen von Palästina.

Also es haben wirklich nicht alle Menschen bemerkt, daß da etwas Wichtigstes sich vollzogen hat, was die Menschen hinüberretten konnte über das Kali Yuga, was hereingeleuchtet hat als das göttliche Licht in die irdische Finsternis. Die Möglichkeit der Weiterentwickelung der Menschheit war dadurch gegeben, daß gewisse Seelen sich fanden, die den damaligen Zeitpunkt erfaßten, die wußten, was es bedeutet, daß der Christus auf Erden gewandelt hat.

Versetzen Sie sich einmal in jene Zeit, dann werden Sie sich leicht sagen können: Ja, man konnte in der damaligen Zeit leben und man brauchte nichts zu wissen von dem Erscheinen des Christus Jesus auf dem physischen Plan! Man konnte auf der Erde leben, ohne dieses allerwichtigste Ereignis in sein Bewußtsein aufzunehmen.

Sollte es nicht auch heute möglich sein, daß unendlich Wichtiges vorgeht und die Menschen es nur nicht in ihr Bewußtsein aufnehmen ? Könnte es nicht sein, daß unsere Zeitgenossen von dem Allerwichtigsten, was vorgeht in der Welt, jetzt vorgeht, keine Ahnung haben? So ist es! Denn Wichtigstes geht vor, doch geht es nur für den geistigen Blick wahrnehmbar vor. Es wird so viel von Übergangszeiten gesprochen; wir leben in einer solchen, und zwar in einer sehr wichtigen. Und das Wichtige ist, daß wir gerade in der Zeit leben, wo das finstere Zeitalter abgelaufen ist, und daß jetzt gerade ein Zeitalter beginnt, wo die Menschen neue Fähigkeiten langsam und allmählich entwickeln, wo die Seelen der Menschen allmählich anders werden.

Aber daß die meisten Menschen nichts davon bemerken, das braucht Sie nicht zu wundern, denn die meisten haben es auch nicht bemerkt, als im Beginne unserer Zeitrechnung das Christus-Ereignis vor sich ging. Im Jahre 1899 ist das Kali Yuga abgelaufen, jetzt haben wir uns in ein neues Zeitalter hineinzuleben. Und was da beginnt, das bereitet langsam die Menschen zu neuen Seelenfähigkeiten vor.

Die ersten Anzeichen von diesen neuen Seelenfähigkeiten, die werden sich in vereinzelten Seelen schon verhältnismäßig bald bemerkbar machen. Und sie werden sich deutlicher zeigen in der Mitte der dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts, ungefähr in der Zeit zwischen 1930 und 1940. Die Jahre 1933, 1935 und 1937 werden besonders wichtig sein. Da werden sich am Menschen ganz besondere Fähigkeiten als natürliche Anlagen zeigen. In dieser Zeit werden große Veränderungen vor sich gehen und Prophezeiungen der biblischen Urkunden sich erfüllen. Da wird sich alles für die Seelen verändern, die auf der Erde weilen und auch für diejenigen, die nicht mehr im physischen Leibe sind. Gleichgültig, wo sie sind, diese Seelen, sie leben eben ganz neuen Fähigkeiten entgegen. Alles ändert sich. Das wichtigste Ereignis unserer Zeit aber ist eine tief einschneidende Änderung in den Seelenfähigkeiten der Menschen.

Das Kali Yuga ist abgelaufen, und es beginnen die Menschenseelen jetzt neue Fähigkeiten zu entwickeln, jene Fähigkeiten, welche, weil eben das Zeitalter dafür da ist, wie von selber heraustreiben werden aus den Seelen gewisse hellseherische Kräfte, jene hellseherischen Kräfte, die während des Kali Yuga eben hinuntertauchen mußten ins Unbewußte. Da wird es eine Anzahl von Seelen geben, die das merkwürdige Ereignis erleben werden, daß sie das Ich-Bewußtsein haben werden, aber neben diesem wird es für sie so sein, wie wenn sie in einer Welt lebten, die eigentlich eine ganz andere Welt ist als diejenige ihres gewöhnlichen Bewußtseins: es wird sein wie schattenhaft, wie eine Ahnung, wie wenn ein Blindgeborner operiert wird. Durch dasjenige, was wir esoterische Schulung nennen, werden diese hellseherischen Fähigkeiten noch viel besser erlangt werden. Das wird aber, weil die Menschen fortschreiten, in den allerersten Anfängen, in den elementarsten Stufen durch die selbsttätige natürliche Entwickelung in der Menschheit auftreten.

Nun könnte es aber sehr leicht sein - und viel leichter könnte es jetzt sein als jemals früher -, daß die Menschen in unserem Zeitalter überhaupt nicht in der Lage wären, so etwas, dieses für die Menschheit wichtigste Ereignis zu begreifen. Es könnte sein, daß die Menschen überhaupt nicht imstande wären zu begreifen, daß das ein wirkliches Hineinschauen in eine geistige Welt ist, wenn auch schattenhaft und matt nur noch. Es könnte zum Beispiel so sein, daß die Bosheit, der Materialismus so groß wären auf der Erde, daß die Mehrheit der Menschen nicht das geringste Verständnis zeigte, und jene Menschen, die dieses Hellsehen haben werden, als Narren betrachten und in die Irrenhäuser stecken würde unter die andern hinein, die in verworrener Weise ihre Seelen entwickeln. Also es könnte dieses Zeitalter sozusagen an den Menschen spurlos vorübergehen, obwohl wir auch heute ertönen lassen den Ruf, wie ihn damals Johannes der Täufer als der Vorläufer des Christus und der Christus selbst haben ertönen lassen: Ein neues Zeitalter ist herbeigekommen, wo die Menschenseelen einen Schritt hinaufmachen müssen in die Reiche der Himmel!

Es könnte sehr leicht sein, daß ohne Verständnis der Menschen das Große vorüberginge. Wenn dann in den Jahren 1930 bis 1940 die Materialisten triumphieren würden und sagen: Nun ja, es hat sich zwar eine Anzahl von Narren ergeben, aber nichts von dem erwarteten großen Geschehen -, so wäre das gar kein Beweis gegen das Gesagte. Würden sie triumphieren und würde die Menschheit an diesen Ereignissen vorübergehen, so wäre das ein Unglück für die Menschheit. Wenn sie auch nicht bemerken könnte das Große, was eintreten kann, geschehen wird es deshalb doch.

Was eintreten kann, das wird das sein, daß die Menschen die neue Fähigkeit eines Wahrnehmens im Ätherischen werden erlangen können - eine gewisse Anzahl von Menschen wenigstens zunächst -, und die andern werden immer mehr und mehr nachrücken, denn 2500 Jahre wird die Menschheit Zeit haben, um diese Fähigkeiten immer mehr und mehr zu entwickeln. In dieser Zeit dürfen die Menschen die Gelegenheit nicht versäumen. Ein Versäumnis aber wäre ein großes Unglück, und die Menschheit müßte dann warten auf später, um das Versäumte nachzuholen, um die neue Fähigkeit noch nachträglich zu entwickeln. Es wird die Fähigkeit sein, daß die Menschen in ihrer Umgebung etwas sehen werden von dem Ätherischen, das sie normalerweise bisher nicht wahrnehmen konnten. Jetzt sieht der Mensch nur den physischen Leib des Menschen, dann aber wird er imstande sein, den Ätherleib wenigstens wie ein schattenhaftes Bild zu sehen und auch aller tieferen Ereignisse Zusammenhang im Ätherischen zu erleben. Sie werden Bilder und Ahnungen haben von Ereignissen in der geistigen Welt und erleben, daß sich solche Ereignisse in drei bis vier Tagen dann auf dem physischen Plan erfüllen. Sie werden gewisse Dinge in ätherischen Bildern sehen und dann wissen: morgen oder in einigen Tagen geschieht dieses oder jenes.

Solche Umänderungen der menschlichen Seelenfähigkeiten werden kommen. Etwas, was man als ein Äthersehen bezeichnen kann, wird kommen. Und was ist damit verknüpft? Nun, diejenige Wesenheit, die wir den Christus nennen, die war einmal im Fleische auf der Erde im Beginne unserer Zeitrechnung. In einem solchen physischen Leibe wird sie nicht mehr kommen, denn das war ein einmaliges Ereignis. Aber in der ätherischen Gestalt wird der Christus wiederkommen in den genannten Zeiten. Da werden die Menschen wahrnehmen lernen den Christus, indem sie durch dieses Äthersehen hinaufwachsen werden zu ihm, der nun nicht mehr heruntersteigt bis zum physischen Leib, sondern bloß bis zum Ätherleib. Die Menschen werden also hinaufwachsen müssen zu einem Wahrnehmen des Christus. Denn wahr ist der Ausspruch, den der Christus getan hat: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeiten.» Er ist da, er ist in unserer geistigen Welt, und besonders Begnadete, die können ihn immer wahrnehmen in dieser geistig-ätherischen Welt.

Derjenige, der durch solche Wahrnehmung besonders überzeugt worden ist, war Paulus, im Ereignis von Damaskus. Als natürliche Fähigkeit aber wird dieses Äthersehen ausgebildet werden bei einzelnen Menschen. Ein Ereignis von Damaskus, ein Paulus-Ereignis zu erleben, wird mehr und mehr möglich werden den Menschen der kommenden Zeit.

So erfassen wir jetzt Geisteswissenschaft in einem ganz andern Sinn. Wir lernen, daß sie etwas ist, was uns eine ungeheure Verantwortung auferlegt, denn sie ist eine Vorbereitung auf das ganz konkrete Geschehen des Wiedererscheinens des Christus. Der Christus wird wiedererscheinen deshalb, weil die Menschen sich zu ihm hinaufheben werden im Äthersehen. Wenn wir das erfassen, dann erscheint uns Geisteswissenschaft als die Vorbereitung der Menschen auf die Wiederkunft des Christus, damit das Unglück nicht eintritt, daß sie dieses große Ereignis übersehen, sondern reif werden, den großen Moment zu erfassen, den man als das Wiederkommen des Christus bezeichnen kann. Der Mensch wird fähig werden, Ätherleiber zu sehen, und er wird fähig sein, unter diesen Ätherleibern auch den Ätherleib des Christus zu sehen, das heißt, in eine Welt hineinzuwachsen, in der ihm für seine neuerwachten Fähigkeiten der Christus erscheinen wird.

Es wird dann nicht mehr nötig sein, das Dasein des Christus aus allerlei Urkunden zu beweisen, sondern es wird dann Augenzeugen für die Gegenwart des lebendigen Christus geben, solche, die ihn in seinem Ätherleib erleben werden. Und sie werden an diesem Erlebnis lernen, daß diese Wesenheit dieselbe ist, die im Beginn unserer Zeitrechnung das Mysterium von Golgatha vollbracht hat, daß es der Christus ist. Gleich wie der Paulus dazumal bei Damaskus überzeugt ward: Das ist der Christus - so wird es Menschen geben, die sich durch ihr Erleben im Ätherischen überzeugen werden, daß der Christus wirklich lebt.

Das ist das größte Geheimnis unseres Zeitalters: das Geheimnis von dem Wiederkommen des Christus, und so nimmt es sich in seiner wahren Gestalt aus. Aber der materialistische Sinn, der wird sich in einer gewissen Weise dieses Ereignisses bemächtigen. Es wird zwar das, was jetzt gesagt worden ist, daß alle wirklichen geistigen Erkenntnisse auf dieses Zeitalter hinweisen, in den nächsten Jahren noch oft verkündigt werden; aber der materialistische Sinn verdirbt heute alles, und so wird es kommen, daß dieser materialistische Sinn sich nicht wird vorstellen können, daß die Seelen der Menschen werden hinaufwachsen müssen zum Ätherschauen und damit zum Christus im Ätherleibe.

Der materialistische Sinn wird so dieses Ereignis sich vorstellen, daß er denkt, der Christus steige im Fleische herunter, werde sich inkarnieren im Fleische. Eine Anzahl von Menschen wird es geben, die in ihrem maßlosen Hochmut das benützen und sich ausgeben werden unter den Menschen als der wiederverkörperte Christus. Falsche Christusse wird uns daher das nächste Zeitalter bringen können. Anthroposophen aber sollten Menschen sein, welche für das geistige Leben so reif sein werden, daß sie nicht verwechseln das Wiederkommen des Christus in einem geistigen Leibe, wahrnehmbar nur für ein höheres Schauen, mit einem solchen im physischen Fleische. Das wird eine der furchtbarsten Versuchungen sein, die an die Menschheit herantreten werden. Die Menschheit über diese Versuchung hinauszuführen, das wird die Aufgabe sein derjenigen, die durch Geisteswissenschaft lernen, sich wirklich zu erheben zu der Erfassung des Geistes, die den Geist nicht herunterholen wollen in die Materie, sondern selbst hinaufsteigen in die geistige Welt. So dürfen wir also sprechen von dem Wiederkommen des Christus und davon, daß wir uns hinauferheben zu dem Christus in die geistige Welt durch die Aneignung des ätherischen Schauens.

Der Christus ist immer da, aber er ist in der geistigen Welt. Und wir können ihn erreichen, wenn wir uns in sie erheben. Und alle anthroposophische Lehre sollte sich in uns in den starken Wunsch umwandeln, dieses Ereignis an der Menschheit nicht spurlos vorübergehen zu lassen, sondern in der Zeit, die uns zur Verfügung steht, allmählich eine Menschheit heranzubilden, die reif sein möge, diese neuen Fähigkeiten in sich auszubilden und sich damit erneut mit dem Christus zu verbinden. Denn sonst müßte die Menschheit dann lange, lange warten, bis ihr wieder solch eine Gelegenheit gegeben werden könnte. Lange Zeit müßte sie warten: bis zu einer Wiederverkörperung der Erde. Ginge die Menschheit vorüber an diesem Ereignis der Wiederkunft des Christus, dann würde das Anschauen des Christus im Ätherleibe auf diejenigen beschränkt werden, welche sich durch eine esoterische Schulung willig erweisen, sich zu einem solchen Erleben zu erheben. Das Große aber, daß für die allgemeine Menschheit, für alle Menschen diese Fähigkeiten errungen würden, daß dieses große Ereignis verstanden würde durch die natürlich entwickelten Fähigkeiten aller Menschen, das würde für lange, lange unmöglich.

So sehen wir, daß es schon etwas gibt in unserem Zeitalter, was das Dasein und Wirken der Geisteswissenschaft in der Welt rechtfertigt. Es ist nicht nur die Befriedigung theoretischer Bedürfnisse, wissenschaftlicher Neugierde, worum esihr geht. Daß Geisteswissenschaft die Menschen vorbereitet auf dieses Ereignis, sie vorbereitet, in der richtigen Art sich hineinzustellen in die Zeit und mit heller Verstandes- und Erkenntnisklarheit zu sehen, was wirklich da ist, aber vorbeigehen könnte an den Menschen, ohne daß sie es zur Frucht machen könnten: darum geht es!

Es wird äußerst wichtig sein, dieses Ereignis der Christus-Erscheinung zu erfassen. Denn diesem werden andere Ereignisse nachfolgen, wie dem palästinensischen Christus-Ereignis andere Geschehnisse vorausgegangen sind. So werden diejenigen, die jenes prophetisch vorherverkündigt haben, auch nach dem charakterisierten Zeitalter, nachdem er selber wieder der Menschheit sichtbar geworden sein wird im Ätherleibe, ihm nun Nachfolger werden: jene, die ihn früher vorherverkündigt haben. Alle diejenigen, die ihn vorbereitet haben, sie werden in einer neuen Gestalt erkennbar werden denen, die durch das neue Christus-Ereignis hindurchgegangen sein werden. Wiederum erkennbar werden wird für die Menschen dasjenige, was gelebt hat auf der Erde als Moses, Abraham und die Propheten. Und wissen wird man, daß, ebenso wie Abraham vorangegangen ist dem Christus, ihn vorbereitend, er auch die Mission übernimmt, nachher zu helfen an der Christus-Arbeit. So wächst der Mensch, wenn er nicht verschläft das wichtigste Ereignis der nächsten Zukunft, nach und nach hinein in eine Gemeinschaft mit allen denen, die als Patriarchen dem ChristusEreignis vorangegangen sind. Er verbindet sich mit ihnen. Und wieder erscheint der ganze Chor derer, zu denen wir uns werden erheben können. Der die Menschheit heruntergeführt hat in den physischen Plan, der erscheint dann nach dem Christus wieder und führt den Menschen auch wieder hinauf und verbindet den Menschen wiederum mit den geistigen Welten.

Wenn wir in der Menschheitsentwickelung weit zurückschauen, dann blicken wir zu jenem Zeitpunkt zurück, von dem wir sagen: Von ihm aus steigt die Menschheit immer mehr und mehr herunter von der Gemeinschaft mit der geistigen Welt in die materielle Welt hinein. - Wenn das Bild auch seine materielle Seite hat, so kann man es doch hier gebrauchen: Der Mensch war früher ein Genosse von geistigen Wesenheiten, sein Geist war in der geistigen Welt darin, er war dadurch, daß er in der geistigen Welt lebte, ein Göttersohn. Dasjenige aber, was diese sich immer mehr und mehr verkörpernde Seele war, das nahm immer mehr teil an der äußeren Welt. Da war der Göttersohn im Menschen, der fand Gefallen an den Töchtern der Erde, das heißt an jenen Seelen, die für die physische Welt Sympathie hatten. Das wiederum heißt: Der früher mit göttlicher Geistigkeit durchtränkte Menschengeist, der senkte sich herunter in die physische Sinnlichkeit, er wurde der Ehegenosse des Verstandes, der an das Gehirn gebunden ist und ihn in die Sinneswelt verstrickte. Und nun soll er den Weg finden und wieder hinaufsteigen, den er heruntergestiegen ist, und wieder zum Göttersohn werden. Der Menschensohn, der er geworden ist, der würde verderben da unten in dieser physischen Welt, wenn er als Menschensohn nicht wieder hinaufsteigen würde zu den göttlichen Wesenheiten, zu dem Lichte der geistigen Welt, wenn er nicht Gefallen finden würde in der Zukunft an den Töchtern der Götter. Notwendig war es für die Entwickelung der Menschheit, daß die Göttersöhne sich verbanden mit den Töchtern der Menschen, mit den Seelen, die an die physische Welt gekettet sind, damit als Menschensohn der Mensch den physischen Plan beherrschen lernte. Notwendig ist es aber für den Menschen der Zukunft, daß er als Menschensohn Gefallen finde an den Töchtern der Götter, an dem göttlich-geistigen Lichte der Weisheit, das er mit sich verbinden soll, um dann wieder hinaufzuwachsen in die Welt der Götter.

An der göttlichen Weisheit wird sich der Wille entzünden, und der mächtigste Impuls dafür wird sein, wenn für denjenigen, der sich vorbereitet hat dazu, die hehre Äthergestalt des Christus Jesus wahrnehmbar wird. Wie ein Wiedererscheinen des Christus Jesus wird es sein für den natürlich zum Hellsehen entwickelten Menschen, in derselben Art, wie auch dem Paulus dieser ätherische Christus erschien als geistige Wesenheit. Er wird den Menschen wiedererscheinen, wenn sie verstehen werden, daß sie diese Fähigkeiten, die mit der Entwickelung der Menschenseele kommen werden, dazu nutzen sollen.

Benützen wir Geisteswissenschaft daher nicht bloß als eine Befriedigung unserer Neugierde, sondern so, daß sie für uns wird eine Vorbereitung für die großen Aufgaben, für die großen Missionen des Menschengeschlechts, in die wir immer mehr und mehr hineinwachsen sollen.

Fragenbeantwortung

Wenn so etwas gesagt wird wie heute, wenn wir so in intimere Geheimnisse hineinleuchten, so wollen wir das nicht so gedankenlos betrachten, wie man heute oft sich gewisse Dinge anhört, sondern uns klar sein darüber, daß Anthroposophie wirklich uns werden soll etwas ganz anderes als eine Theorie. Die Lehre muß ja da sein; wie sollte man sich denn überhaupt zu solchen Gedanken hinauferheben können, wie sie heute ausgesprochen worden sind, wenn man sie nicht in Form der Lehre in sich aufnehmen könnte? Das Wesentliche dabei aber ist, daß sie nicht Lehre bleibt, sondern sich umschmilzt in unserer Seele zuGemüts- und Charaktereigenschaften, zu einer ganz andern Gesinnung, und einen ganz andern Menschen aus uns macht. Sie soll uns Anleitung geben, unsere Verkörperungen in der ganz entsprechenden richtigen Weise anzuwenden, so daß wir im Laufe unserer Verkörperungen zu etwas ganz anderem werden können.

Ich versuchte es, nicht ein Wort zu viel und nicht eins zu wenig zu sagen, ich versuchte daher auch, nur vorübergehend wichtige Sachen anzudeuten. Wichtig ist das Gesagte aber nicht nur für die Seelen, die dann in der Zeit von 1930 bis 1940 auf dem physischen Plan verkörpert sein werden, sondern auch für diejenigen, die dann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Welt sein werden. Denn es kommt darauf an, daß die Seelen aus der geistigen Welt in die Welt der Lebenden auch dann herunterwirken, wenn diese nichts davon wissen. Durch das neue Christus-Ereignis wird auch dieses Zusammenleben zwischen denen, die hier auf dem physischen Plan verkörpert sind, und den Seelen, die in der geistigen Welt schon sind, ein immer bewußteres werden. Ein Zusammenwirken zwischen physischverkörperten Menschen und geistigen Wesenheiten wird dann möglich sein. Das sollte schon gezeigt werden dadurch, daß angeführt wurde das Bild, daß die Propheten wieder für die Menschen auf der Erde erscheinen werden. So daß Sie sich vorzustellen haben, daß dann, wenn in der Menschheitszukunft diese großen Zeiten kommen werden, die Menschen auch bewußter in der physischen und in der geistigen Welt gegenseitig zusammen wirken werden. Heute ist das nicht möglich, weil es an einer gemeinsamen Sprache fehlt. Die Menschen hier in der physischen Welt reden ja nur Worte in ihren Sprachen, mit denen physische Dinge und physische Verhältnisse bezeichnet werden. Die Menschen zwischen Tod und neuer Geburt leben in einer Welt, die ganz anders aussieht als die Welt, die zunächst uns umgibt, und sie reden eine andere Sprache. Von alldem, was in unserer Welt gesprochen wird, können die Toten nur aufnehmen, was in der Geisteswissenschaft gesprochen wird. So daß wir in der Anthroposophie hier etwas pflegen, was den Toten immer mehr und mehr verständlich wird, und daß wir auf diesem Felde auch sprechen für diejenigen, die zwischen Tod und neuer Geburt sind. Es wächst so die Menschheit in eine Zeit hinein, wo die Einflüsse von der geistigen Welt immer größer werden. Die großen Geschehnisse der kommenden Zeit werden sich in allen Welten bemerkbar machen. Auch die Menschen zwischen Tod und neuer Geburt werden in der andern Welt neue Erlebnisse haben infolge des neuen Christus-Ereignisses in der ätherischen Welt. Sie würden sie aber dann ebensowenig verstehen können, wenn sie nicht auf der Erde sich vorbereitet hätten dafür, gerade wie die Menschen, die hier auf der Erde verkörpert sind, sich werden vorbereitet haben müssen, um die Geschehnisse in diesem wichtigen Zeitpunkt richtig aufzunehmen. Wichtig ist es für alle Seelen, die heute verkörpert sind - gleichgültig, ob sie noch physisch verkörpert sein werden, oder ob sie es nicht mehr sind -, daß sie durch Aufnahme der anthroposophischen Wahrheiten sich werden vorbereitet haben für diese wichtigen kommenden Ereignisse. Würden sie das nicht tun, dann müßten sie warten. Wenn sie nicht mit dem irdischen Bewußtsein das aufgenommen haben, was Anthroposophie oder Geisteswissenschaft zu geben hat, dann müßten sie warten, bis sie wieder verkörpert werden, um dann die Möglichkeit zu haben, hier auf der Erde die entsprechenden Lehren aufzunehmen. Denn es gibt nun einmal Dinge, die nur hier auf der Erde erlebt und gelernt werden können. Daher sagt man: Es gibt zum Beispiel in der geistigen Welt gar keine Möglichkeit, den Tod kennenzulernen, und ein Gott mußte in die physische Welt heruntersteigen, um sterben zu können. Und das, was gerade das Mysterium von Golgatha ist, das kann in keiner andern Welt so kennengelernt werden, wie hier in der physischen Welt. Wir sind heruntergeführt worden in die physische Welt, damit wir uns hier etwas erwerben, was nur hier erworben werden kann. Und der Christus ist heruntergestiegen zu den Menschen, weil er den Menschen nur hier in der physischen Welt zeigen konnte, im Mysterium von Golgatha sie etwas erleben lassen konnte, was dann in der geistigen Welt die Früchte reifen läßt und weiter trägt. Aber die Samenkörner, sie müssen hier in der physischen Welt gelegt und ausgesät werden.

Zusammenfassung der Zeitalter:

Goldenes Zeitalter = Krita Yuga = etwa 20000 Jahre
Silbernes Zeitalter = Treta Yuga = etwa 15000 Jahre
Ehernes Zeitalter = Dvapara Yuga = etwa 10000 Jahre
Finsteres Zeitalter = Kali Yuga = etwa 5000 Jahre
Unser Zeitalter umfaßt künftige 2500 Jahre

The Event of the Christ Appearance in the Ethereal World

When a person has been occupied for some time with the spiritual scientific worldview and has allowed the various ideas, thoughts, and insights gained through this worldview to sink in, these insights raise a wide variety of questions. And one actually becomes more and more of a spiritual scientist by linking such questions, which can actually be called questions of feeling, of the mind, of character, in short, questions of life, to spiritual scientific ideas. These ideas are such that they not only satisfy our theoretical, scientific curiosity, but also enlighten us about the riddles of life, about the mysteries of existence. And these thoughts and ideas become even more fruitful for us when we do not merely think, feel, and sense their content, their value, and their meaning, but when we learn, so to speak, to look at the world around us differently under their influence. These ideas should permeate us with warmth, should become impulses, forces of the soul within us. They will do so more and more if the answers we receive to certain questions present us with new questions, so to speak, and if we are led from question to answer, and the answer in turn becomes a question, and then a new answer comes, and so on. In this way, one progresses in spiritual knowledge and also in spiritual life.

In public lectures, it will still take quite a long time before it will be possible to reveal the more intimate aspects of spiritual life to the present-day human race, but in our branches the time is surely approaching when we will be able to discuss more intimate questions. In the process, it will always turn out that new members, so to speak, may be surprised or shocked by this or that. But we would not make progress in our work if we could not also advance to the discussion of more intimate questions of life based on spiritual scientific research and knowledge. Therefore, even if this may give rise to misunderstandings among those of you who have not yet immersed yourselves in spiritual life for very long, some more intimate facts of spiritual knowledge should once again come before our souls today.

An important question undoubtedly arises for our soul when we do not merely think about the idea, the thought of reincarnation, of repeated lives on earth, in an abstract way, but when we become thoughtful, when we delve meaningfully into this fact of spiritual life. New questions arise, so to speak, from this answer that is given to us in reincarnation, from this important fruit of life. We can, for example, raise the question: If human beings live repeatedly on earth, if they return in ever new incarnations, what is the deeper meaning of our repeated experiences of life? — In general, people say: Well, certainly, we rise higher and higher, we experience the results, the fruits of previous earthly lives in our later earthly lives, and in this way we perfect ourselves. But this is still quite general and abstract. Only through a more precise understanding of the whole meaning of earthly life can we penetrate the significance of repeated earthly lives. For if our earth itself did not change, if human beings were to return again and again to an earth that remained essentially the same, then there would not really be much to learn through successive incarnations or embodiments. It is only because we can learn new things and experience new things in every incarnation or embodiment on our earth that these incarnations or embodiments have meaning. This is not so apparent in short periods of time, but when we look at long periods of time, as we can do through spiritual science, we see that the epochs of our Earth are different and that we always experience something new. But we must also realize something else. We must realize that we also have to take into account these changes in earthly life itself. For if we fail, so to speak, to experience and learn in a particular epoch of our earthly existence what is to be learned in that epoch of Earth's development, then we do indeed return in a new embodiment, but we have missed something; we have not allowed to flow into us what we should have allowed to flow in during the previous period. And then we cannot use our powers and abilities in the right way during the next period.

Speaking in very general terms, we can say that now, in our period, something is possible on Earth, almost all over the globe, that was not possible for people living now in their previous incarnations. It seems strange, but it is nevertheless true that this has a certain, indeed a great significance. In the present incarnation, it is possible for a certain number of people to come to spiritual science, that is, to take in the results of spiritual research that can be taken in today in the field of spiritual science. Certainly, it may be regarded as something highly insignificant that a few people come together who allow the insights of spiritual research to flow into themselves. But those who find this insignificant do not understand the meaning of reincarnation and that one can only absorb something during one incarnation. If one does not absorb it, one has missed something that will then be lacking in the next incarnations.

This is what we must take to heart above all else: what we learn in spiritual science today unites with our soul, and we bring it back with us when we descend again in our next incarnation.

And today we want to gain an understanding of what this means for our soul. We will have to connect many things you already know from other lectures and from your reading with various facts of spiritual life that are more or less new to you or still completely unknown. First, we must go back to earlier periods in the development of humanity. We have often looked back at earlier periods of our Earth's development. We have said that we are now living in the fifth period after our great Atlantean catastrophe. This fifth period was preceded by the period in which the Greek and Latin peoples expressed the main ideas and feelings for the will of the earth: this was preceded by the fourth period, the Greek-Latin period. This was preceded by the third period, the Chaldean-Babylonian-Assyrian-Egyptian period, followed by the ancient Persian period and finally the ancient Indian period. And if we go back even further into primeval times, we come to the great Atlantean catastrophe, which destroyed an ancient continent, an ancient mainland, the ancient Atlantis, which extended to the place where the Atlantic Ocean now spreads out, that Atlantic catastrophe which gradually swept away this mainland and, on the other hand, gave its face to our present-day solid earth on which we now live. Then, going further back, we would come back to even earlier periods that lie before the Atlantic catastrophe. We would come to those cultures and living conditions that developed on that Atlantic continent and which we call the Atlantean, the cultures of the Atlantean races. And these are preceded by even earlier states.

If we now survey what history tells us — and it does not go very far back — we can easily fall into the belief, even though it is completely unfounded even for shorter periods of time, that our Earth has always looked as it does now. But that is not the case. Rather, the conditions on our earth have changed thoroughly, and the conditions of the souls of human beings have changed most strongly. The souls of the people sitting here today were incarnated in the corresponding bodies during all these ages of the earth and absorbed into themselves what could be absorbed during these periods of the earth's development. Each time, the soul developed different abilities from incarnation to incarnation. Our souls were very different from what they are today, although perhaps not to the same extent during the Greek-Latin period. But they differed greatly from today in the ancient Persian and even more so in the ancient Indian period. Our souls were endowed with completely different abilities at that time, and they lived under completely different conditions in those ancient times.

Now, in order to understand what follows, let us try to picture as clearly as possible in our mind's eye what our souls were like — let us say, to give ourselves something meaningful to work with — after the Atlantean catastrophe, when they were embodied in the bodies that were possible on Earth at the time of the first Indian culture. We must not think of this first Indian culture as having been limited to ancient India. The Indian people were only the most influential and important at that time, but the culture of the whole earth was different and had characteristics that were shaped, so to speak, by what the leaders taught the ancient Indians. When we now consider our souls as they were then, we must first of all say to ourselves: such knowledge as human beings have today was completely impossible then. Such clear self-awareness, such clear ego-consciousness as we have today did not exist then. People hardly thought of themselves as having an ego, so to speak. This I was already present as a force within human beings, but the knowledge of the I is something different from the force of the I, the activity of the I. So human beings were not yet endowed with the kind of inner life that they have today. Instead, they had completely different abilities; they had what we have often called an ancient, dim clairvoyance.

If we look at the human soul during daily life in those days, we find that it does not yet really feel itself to be an I. Man feels himself to be a member of his tribe, his people. As a member of the same, like the hand is a member of the body, the individual I stood for the whole community of the tribe and people. Human beings did not yet perceive themselves as the individual I that they feel themselves to be today. The folk I, the tribal I, was what people looked to. That was how they lived during the day. They did not yet really know, so to speak, that they were human beings. But when evening came and they fell asleep, their consciousness did not darken completely, as is the case today. During sleep, the soul was able to perceive spiritual facts; for example, facts in its surroundings of which today's dreams are only a shadow, spiritual events, spiritual facts of which today's dreams generally no longer represent a complete reality. People had such perceptions, so that they knew at that time: there is a spiritual world. The spiritual world was a reality for people, but not through any logic, through something that needed to be proven, but because every night, even if with a dull, dreamlike consciousness, they were in the spiritual world. But that was not the main thing. In addition to sleeping and waking, there were also intermediate states during which people were neither completely asleep nor completely awake, when the ego-consciousness ceased even more than it did during the day, but in return the perception of spiritual events, that dreamlike clairvoyance, was much stronger than usual during the night. Thus, there were intermediate states in which people were without self-consciousness but nevertheless endowed with clairvoyance. In such states, people were then as if enraptured, so that they knew nothing of themselves, so to speak. They did not know: I am a human being—but they did know: I am a member of a spiritual world in which I can perceive, I know that there is a spiritual world. These were the experiences of the human soul at that time. And this consciousness and this life in the spiritual world were even brighter, much, much brighter in the Atlantean era. So when we look back on this, we see an age of dreamlike, twilight clairvoyance of our souls, which gradually diminished in the course of human evolution.

If our souls had remained at this old dreamlike clairvoyance, we would not have been able to acquire the individual self-awareness that we have today. Then we would never have been able to know that we are human beings. We had to lose that awareness of the spiritual world, so to speak, in order to exchange it for ego-consciousness. In the future, we will have both. In the future, we will all regain what, despite the maintenance of ego-consciousness, results in full clairvoyance, which today can only be found in those who have embarked on the path of initiation. In the future, it will be possible for all human beings to look into the spiritual world again and yet feel themselves to be human beings, to be an ego.

Now think again about what has happened. The soul has passed from one embodiment to another. In the past, it was clairvoyant; later, the consciousness of becoming an I emerged more and more clearly, but with it also the possibility of judging for oneself. For as long as one still looks clairvoyantly into the spiritual world and does not feel oneself as an I, one cannot judge or combine. The latter ability appeared more and more, but in each subsequent incarnation the old clairvoyance diminished. People lived less and less in states in which they could look into the spiritual world. And they lived more and more on the physical plane, developed logical thinking, and felt themselves to be an “I.” In the process, clairvoyance diminished more and more. People now perceive the outer world and become increasingly entangled in it, but their connection with the spiritual world becomes ever weaker. So we can say that in ancient times, human beings were a kind of spiritual being, because they lived as spiritual entities in direct social connection with other spiritual beings, feeling that they belonged to other spiritual beings whom they can no longer see with their normal senses today. As we know, there are other spiritual worlds around us today, in addition to the world that immediately surrounds us, in which other spiritual beings live. But with normal consciousness, humans today cannot see into these worlds. In the past, however, they were their companions, both in their nighttime sleeping consciousness and in that intermediate state we spoke of. There they lived and interacted with these other beings. Now they can no longer do this normally. They have been, so to speak, removed from their home, the spiritual world, and with each new incarnation they have been lowered more and more into this earthly world.

In the centers of spiritual life and in those fields of knowledge and science where such things were still known, consideration was always given to the fact that our incarnations have passed through such different earthly ages. They looked back to a very ancient age, even before the Atlantean catastrophe, when human beings actually lived in direct contact with the gods or spirits and naturally felt and perceived themselves quite differently. For you can imagine that the human soul must have felt quite differently in an age when it knew for certain that it could look up to higher beings and when it knew itself to be a member of that higher world. Thus it also learned to feel and sense quite differently. When you consider these facts, you must imagine that even today we can only learn to speak and think when we grow up among people, for these are abilities that can only be acquired among people. If a child were to be placed on a desert island today and grow up there without any contact with other people, it would certainly not acquire the abilities of thinking and speaking. The development of a being therefore depends to some extent on whether it grows up among this or that species of being and lives together with these or those beings. Something depends on this for its development. You can observe this in animals. It is well known that dogs that are taken out of situations where they are with humans and placed where they never come into contact with humans lose the ability to bark. The offspring of such dogs are then usually unable to bark. Something depends on whether a being grows up and lives among certain beings or among other beings. You can therefore imagine that it is something different whether you live only among human beings on the physical plane today, or whether you lived earlier—the same souls, so to speak—among spiritual beings in a spiritual world that cannot be seen with the normal eye today. The soul also developed differently then; human beings had different impulses within themselves when they lived among gods. Human beings developed different impulses among other human beings than they did when they lived among gods. Higher knowledge has always known this. Such knowledge looked back to those ancient times when human beings were, so to speak, in direct contact with divine-spiritual beings. And direct contact with divine-spiritual beings had the effect that the soul felt it belonged to the divine-spiritual world. But this also generated impulses, forces in the soul that were divine-spiritual in a completely different sense than the forces of today. Where the soul worked in such a way that it felt it belonged to the higher world, there, from this soul, there also spoke a will that came from the divine-spiritual world, a will that could be said to have been instilled because the soul lived among gods.

Such insights refer to this age, when human beings were still one with the divine-spiritual beings, as the Golden Age or Krita Yuga. This is therefore an ancient age, the essential course of which we must seek even before the Atlantean catastrophe. Then comes the next age, when people no longer felt as strongly connected to the divine-spiritual world as they did in the Krita Yuga, when they no longer felt their impulses so strongly determined by their coexistence with the gods, when their view of the spirit and the soul had already become more clouded. But they still had a memory of their coexistence with the spirits and gods. This was particularly evident in the ancient Indian world. There it was very easy to talk about spiritual things. One could point people to the outer world of physical perception and yet, let us say, see a maya or illusion in it, because people had not had these physical perceptions for very long. That was the case in ancient India. The souls in ancient India no longer saw the gods themselves, but they still saw spiritual facts and lower spiritual beings. The higher spiritual beings were only seen by a small number of people, but even for them, this very lively coexistence with the gods had already been obscured. The will impulses from the divine-spiritual world had already faded away. However, it was still possible to gain insight into spiritual realities, at least in special states of consciousness: in sleep and in the aforementioned intermediate states. But the most important facts of this spiritual world, which had previously been experienced as something shared, now existed only as a kind of knowledge of the truth, as something that the soul still knew exactly, but which now only appeared as knowledge, as truth. Certainly, people were still in the spiritual world, but in this later age, the certainty of this was no longer as strong as it had been before. This is called the Silver Age or Treta Yuga.

Then came the ages of incarnations or embodiments, when people's view of the spiritual world became increasingly closed off, when they became more and more oriented toward the immediate external sensory world, but were also fixed in this sensory world, where the inner self-consciousness, the consciousness of humanity, emerged more and more. This age is called the Iron Age or Dvapara Yuga. Although people no longer had such a high level of direct knowledge of the spiritual world as they had in earlier times, at least something of the spiritual world remained in humanity in general. One could describe it as something like the joy of youth that remains in people today when they grow older. It is over, but it has been experienced. One knows it, one is familiar with it, one can talk about it as something that is familiar. In the same way, at that time, something familiar to the souls remained that led to the spiritual worlds. That is the essence of the Dvapara Yuga.

But then another age came, an age in which this familiarity with the spiritual world also ceased, in which, so to speak, the gates to the spiritual world closed. People's view became more and more limited to the outer sensory world and the mind, which processes the impressions of the senses, so that people could only think about the spiritual world. This is the lowest way of knowing anything about the spiritual world. What people now really knew from their own experience was the sensory-physical world. If people wanted to know anything about the spiritual world, they had to achieve this through their thinking. This was the time when humans became most unspiritual and therefore became most attached to and fixed in the sensory world. However, this was necessary in order to gradually develop their self-awareness to the highest level. For it was only through the gross resistance of the outer world that human beings could learn to distinguish themselves from the world and perceive themselves as separate beings. This latter age is also called Kali Yuga, or the dark age.

I would like to point out that these terms can also be used for larger epochs, for example, the term Krita Yuga can be used for an even longer period of time. For before the golden age described above existed, human beings participated in even higher worlds with their experiences, so all these even older times could be encompassed by this name. But if one moderates one's expectations, so to speak, if one is still satisfied with the degree of spiritual experience that has been described, then one can divide things up in this way, as has now been done. For all such ages, one can specify quite definite periods of time. Now, development proceeds slowly and gradually, but there are limits beyond which one can say: Before that, this was mainly the prevailing condition of life and consciousness, and after that, that was the case. We must therefore calculate that, in the sense in which we spoke of it at first, Kali Yuga began around the year 3101 before our era. We see that our souls have appeared on earth in ever new incarnations, in which people's view of the spiritual world has become increasingly closed and thus increasingly restricted to the outer sensory world. We see that with each new incarnation, our souls actually enter into ever new circumstances in which new things can always be learned. What we can gain in the Kali Yuga is to strengthen our ego consciousness. This was not possible before, because first we had to take the ego into ourselves.

If souls have failed to take in what this age has to offer in one incarnation, it is very difficult to make up for it in other times. They then have to wait a long time until it becomes possible to make up for what they have missed in a certain way, but we must not rely on this. We must therefore bear in mind that something very significant happened during the Kali Yuga epoch, in that the gates to the spiritual world were closed, so to speak. This was also the age in which John the Baptist and Christ were active. For this time, which had already seen 3,100 years of the dark age, it was essential that all human beings had already been through this dark age several times, at least once or twice. The ego-consciousness had become established, the memory of the spiritual world had faded, and human beings had to learn to experience this spiritual element in their ego if they did not want to lose all connection with the spiritual world. They had to develop their ego in such a way that this ego could at least be certain within itself that a spiritual world exists, that human beings belong to this spiritual world, and that higher spiritual beings exist. The ego had to make itself capable of having an inner faculty of perception, a faculty of belief in the spiritual world.

If someone in the time of Christ Jesus had spoken what was actually the truth at that time, he could have said: In former times, human beings could experience the kingdom of heaven outside their ego, in those spiritual realms which they reached when they went out of themselves. Far away from the ego, human beings had to experience the realms of heaven, the realms of the spiritual world. Now they cannot experience these realms of heaven in this way; now human beings have become so different that the ego must experience these realms within itself. These realms of heaven have come so close to human beings that they work into the ego. And this is what John the Baptist said to people: “The realms of heaven have come near,” that is, they have come near to the ego. Formerly they were outside of man, but now he had to comprehend the kingdom of heaven that had come near in his innermost being, in the I. And because man could no longer go out of the sensory world into the spiritual world in this dark age, the Kali Yuga, the divine being, the Christ, had to descend into the physical-sensory world. That is why Christ had to descend into a physical human being, into Jesus of Nazareth, so that through the contemplation of the life and deeds of Christ on the physical earth, human beings in their physical bodies could gain a connection with the realms of heaven, the spiritual world. So during the time when Christ walked on earth, we have an age in the midst of the Kali Yuga, the dark age, when people who did not live in darkness and dullness, but understood their time, could say to themselves: It is necessary for God to descend to human beings so that a connection with the spiritual world, which had been lost, can be regained.

If there had been no people at that time who understood this, who found a living connection with Christ, then people would have gradually lost their connection with the spiritual worlds; they would not have taken into their egos the connection with the realms of heaven. It could well be that if all people had remained in darkness at such an important moment, such an important event would have passed them by. The souls of human beings would then have withered, become desolate and degenerate. They would probably have continued to incarnate for some time even without Christ, but they would not have been able to implant in their egos that which would have enabled them to find a connection with the realms of heaven. It could be that the event of Christ's appearance on earth could have passed unnoticed everywhere, just as the people of Rome did not notice it. For it was said there that somewhere there was a remote, dirty street where a special sect lived, that they were horrible people, and that among them lived a horrible spirit who called himself Jesus of Nazareth and preached all kinds of things to the people, inciting them to all kinds of evil deeds. That was all that was known about Christ in Rome at certain times! And you may also know that it was the eminent Roman historian Tacitus who described it in a similar way about a hundred years after the events in Palestine.

So not everyone realized that something very important was happening that could save humanity from the Kali Yuga, something that shone like divine light into the darkness of the earth. The possibility of humanity's further development was made possible by the fact that certain souls found each other who understood the significance of that moment in time, who knew what it meant that Christ had walked on Earth.

Put yourself in that time, and you will easily be able to say: Yes, it was possible to live in those days and not need to know anything about the appearance of Christ Jesus on the physical plane! It was possible to live on earth without taking this most important event into one's consciousness.

Shouldn't it also be possible today that something infinitely important is happening and people are simply not taking it into their consciousness? Could it not be that our contemporaries have no idea of the most important thing that is happening in the world right now? That is how it is! For the most important thing is happening, but it is only perceptible to the spiritual eye. There is so much talk about times of transition; we are living in one such time, and indeed a very important one. And what is important is that we are living in a time when the dark age has come to an end and a new age is beginning, in which people are slowly and gradually developing new abilities and the souls of human beings are gradually changing.

But you should not be surprised that most people do not notice this, for most did not notice when the Christ event took place at the beginning of our calendar. In 1899, the Kali Yuga came to an end, and now we are entering a new age. And what is beginning there is slowly preparing people for new soul abilities.

The first signs of these new soul abilities will become noticeable in isolated souls relatively soon. And they will become more apparent in the middle of the 1930s, approximately between 1930 and 1940. The years 1933, 1935, and 1937 will be particularly important. At that time, very special abilities will manifest themselves in humans as natural gifts. During this period, great changes will take place and prophecies from the biblical documents will be fulfilled. Everything will change for the souls who dwell on Earth and also for those who are no longer in the physical body. No matter where they are, these souls are living toward completely new abilities. Everything is changing. But the most important event of our time is a profound change in the soul abilities of human beings.

The Kali Yuga has come to an end, and human souls are now beginning to develop new abilities, abilities which, because the time is right, will emerge from the souls as if by themselves, certain clairvoyant powers, those clairvoyant powers which had to sink into the unconscious during the Kali Yuga. There will be a number of souls who will experience the strange event of having ego-consciousness, but alongside this it will be as if they were living in a world that is actually completely different from that of their ordinary consciousness: it will be like a shadow, like a premonition, like when a person who has been blind since birth undergoes an operation. Through what we call esoteric training, these clairvoyant abilities will be attained much more easily. However, because human beings are progressing, this will occur in the very beginning, in the most elementary stages, through the automatic natural development of humanity.

Now, however, it could very easily be—and it could be much easier now than ever before—that people in our age would not be able to comprehend something like this, this most important event for humanity. It could be that people would not be able to comprehend at all that this is a real glimpse into a spiritual world, even if only shadowy and faint. It could be, for example, that wickedness and materialism are so great on earth that the majority of people would show not the slightest understanding and would regard those people who have this clairvoyance as fools and put them in madhouses among the others who are developing their souls in a confused way. So this age could pass by without leaving a trace on humanity, even though we are sounding the call today, as John the Baptist, the forerunner of Christ, and Christ himself sounded it in their time: A new age has come, in which human souls must take a step up into the realms of heaven!

It could very easily be that without human understanding, the great event would pass by. If then, in the years 1930 to 1940, the materialists were to triumph and say: Well, there have been a number of fools, but none of the great events that were expected have come to pass—that would not be any proof against what has been said. If they were to triumph and humanity were to pass by these events, it would be a misfortune for humanity. Even if they could not perceive the great thing that can happen, it will happen nonetheless.

What can happen is that people will be able to gain a new ability to perceive in the etheric realm—at least a certain number of people at first—and the others will follow more and more, because humanity will have 2,500 years to develop these abilities more and more. During this time, people must not miss the opportunity. To do so would be a great misfortune, and humanity would then have to wait until later to make up for what it had missed, to develop the new ability retrospectively. It will be the ability for people to see something of the etheric in their surroundings that they have not been able to perceive normally until now. Now people see only the physical body of human beings, but then they will be able to see the etheric body at least as a shadowy image and also experience all deeper events in the etheric realm. They will have images and premonitions of events in the spiritual world and experience that such events then come to pass on the physical plane in three or four days. They will see certain things in etheric images and then know: tomorrow or in a few days, this or that will happen.

Such changes in the human soul's abilities will come. Something that can be called etheric vision will come. And what is connected with this? Well, the being we call Christ was once in the flesh on Earth at the beginning of our calendar. It will not come again in such a physical body, for that was a unique event. But in its etheric form, Christ will return in the times mentioned. Then people will learn to perceive Christ by growing up through this etheric vision to him, who will no longer descend to the physical body, but only to the etheric body. People will therefore have to grow up to a perception of Christ. For true is the saying of Christ: “I am with you always, even unto the end of the world.” He is there, he is in our spiritual world, and especially gifted individuals can always perceive him in this spiritual-ethereal world.

The person who was particularly convinced by such perception was Paul, in the event at Damascus. But this etheric vision will be developed as a natural ability in individual people. Experiencing an event like that at Damascus, a Paul event, will become more and more possible for people in the coming age.

We now understand spiritual science in a completely different sense. We learn that it is something that imposes an enormous responsibility on us, for it is a preparation for the very concrete event of the reappearance of Christ. Christ will reappear because human beings will lift themselves up to him through etheric vision. When we understand this, spiritual science appears to us as the preparation of human beings for the return of Christ, so that the misfortune does not occur that they overlook this great event, but rather that they become ripe to grasp the great moment that can be called the return of Christ. Human beings will become capable of seeing etheric bodies, and they will be able to see the etheric body of Christ among these etheric bodies, that is, they will grow into a world in which Christ will appear to them through their newly awakened abilities.

It will then no longer be necessary to prove the existence of Christ from all kinds of documents, but there will be eyewitnesses to the presence of the living Christ, those who will experience him in his etheric body. And from this experience they will learn that this being is the same who accomplished the mystery of Golgotha at the beginning of our era, that it is Christ. Just as Paul was convinced at Damascus that this was the Christ, so there will be people who will be convinced through their experiences in the etheric realm that the Christ truly lives.

This is the greatest mystery of our age: the mystery of the return of the Christ, and this is how it will appear in its true form. But the materialistic mind will, in a certain way, take hold of this event. What has been said now, that all real spiritual knowledge points to this age, will indeed be proclaimed often in the coming years; but the materialistic sense corrupts everything today, and so it will come about that this materialistic sense will not be able to imagine that the souls of human beings will have to grow up to see the ether and thus to Christ in the etheric body.

The materialistic mind will imagine this event in such a way that it thinks Christ will descend in the flesh and incarnate in the flesh. There will be a number of people who, in their boundless arrogance, will take advantage of this and present themselves to people as the reincarnated Christ. The next age will therefore bring us false Christs. Anthroposophists, however, should be people who are so mature in their spiritual life that they do not confuse the return of Christ in a spiritual body, perceptible only to higher vision, with such a return in physical flesh. This will be one of the most terrible temptations facing humanity. To lead humanity beyond this temptation will be the task of those who, through spiritual science, learn to truly rise to the comprehension of the spirit, who do not want to bring the spirit down into matter, but themselves ascend into the spiritual world. So we can speak of the return of Christ and of our rising up to Christ in the spiritual world through the acquisition of etheric vision.

Christ is always there, but he is in the spiritual world. And we can reach him when we rise up into it. And all anthroposophical teaching should transform itself in us into a strong desire not to let this event pass humanity by without a trace, but to gradually develop, in the time available to us, a humanity that may be ripe to develop these new abilities within itself and thus reconnect with Christ. Otherwise, humanity would have to wait a long, long time before such an opportunity could be given to it again. It would have to wait a long time: until the Earth was re-embodied. If humanity were to pass by this event of the return of Christ, then seeing Christ in the etheric body would be limited to those who, through esoteric training, prove willing to rise to such an experience. But the great thing, that these abilities would be attained for the whole of humanity, for all people, that this great event would be understood through the naturally developed abilities of all people, would be impossible for a long, long time.

So we see that there is already something in our age that justifies the existence and work of spiritual science in the world. It is not only the satisfaction of theoretical needs or scientific curiosity that is at stake. Spiritual science prepares people for this event, prepares them to enter into the time in the right way and to see with clear understanding and insight what is really there, but which could pass by without people being able to bear fruit from it: that is what is at stake!

It will be extremely important to grasp this event of the Christ's appearance. For other events will follow it, just as other events preceded the Palestinian Christ event. Thus, those who prophesied this event will become his successors after the age described, after he himself has become visible to humanity again in his etheric body: those who prophesied him earlier. All those who prepared the way for him will become recognizable in a new form to those who have passed through the new Christ event. What lived on earth as Moses, Abraham, and the prophets will once again become recognizable to human beings. And it will be known that, just as Abraham went before Christ, preparing the way for him, he also takes on the mission of helping with the work of Christ afterwards. Thus, if they do not sleep through the most important event of the near future, human beings will gradually grow into a community with all those who preceded the Christ event as patriarchs. They will connect with them. And once again the whole choir of those to whom we will be able to rise will appear. He who led humanity down into the physical plane appears again after Christ and leads humanity back up again, connecting humanity once more with the spiritual worlds.

When we look far back in human evolution, we look back to that point in time from which we say: From there, humanity descends more and more from communion with the spiritual world into the material world. Although the image has its material side, it can still be used here: Man used to be a companion of spiritual beings, his spirit was in the spiritual world, and because he lived in the spiritual world, he was a son of God. But that which was this increasingly incarnating soul took more and more part in the outer world. There was the son of God in man who took pleasure in the daughters of the earth, that is, in those souls who had sympathy for the physical world. This in turn means that the human spirit, which was formerly imbued with divine spirituality, descended into physical sensuality and became the spouse of the intellect, which is bound to the brain and entangled in the sensory world. And now it must find the way back up again, the way it descended, and become the son of God once more. The Son of Man, who has become what he is, would perish down there in this physical world if he did not ascend again as the Son of Man to the divine beings, to the light of the spiritual world, if he did not find favor in the future with the daughters of the gods. It was necessary for the development of humanity that the sons of God united with the daughters of men, with the souls chained to the physical world, so that as the Son of Man, man might learn to master the physical plane. But it is necessary for the human beings of the future that, as sons of men, they find pleasure in the daughters of the gods, in the divine-spiritual light of wisdom, which they must unite with themselves in order to grow up again into the world of the gods.

The will will be ignited by divine wisdom, and the most powerful impulse for this will be when the noble etheric form of Christ Jesus becomes perceptible to those who have prepared themselves for it. It will be like a reappearance of Christ Jesus for people who have naturally developed clairvoyance, in the same way that this etheric Christ appeared to Paul as a spiritual being. He will reappear to human beings when they understand that they should use these abilities that will come with the development of the human soul.

Let us therefore not use spiritual science merely to satisfy our curiosity, but in such a way that it becomes for us a preparation for the great tasks, for the great missions of the human race, into which we are to grow more and more.

Answers To Questions

When something like this is said today, when we shine our light into such intimate secrets, we should not consider it as thoughtlessly as people often listen to certain things today, but be clear that anthroposophy really must become something quite different for us than a theory. The teaching must be there; how could anyone possibly rise to such thoughts as have been expressed today if they could not be taken in in the form of teaching? The essential thing, however, is that it does not remain a teaching, but melts in our soul into qualities of mind and character, into a completely different attitude, and makes a completely different person out of us. It should give us guidance in using our embodiments in the completely appropriate way, so that in the course of our embodiments we can become something completely different.

I tried not to say a word too much or too little, so I also tried to only hint at things that are important for now. But what I said is important not only for the souls who will be incarnated on the physical plane between 1930 and 1940, but also for those who will be in the spiritual world between death and a new birth. For it is important that the souls from the spiritual world continue to influence the world of the living even when the latter are unaware of it. Through the new Christ event, this coexistence between those who are embodied here on the physical plane and the souls who are already in the spiritual world will become increasingly conscious. Cooperation between physically embodied human beings and spiritual beings will then be possible. This should already have been shown by the image that the prophets will appear again for the people on earth. So you must imagine that when these great times come in the future of humanity, people will also interact more consciously with each other in the physical and spiritual worlds. Today this is not possible because there is no common language. People here in the physical world only speak words in their languages, which are used to describe physical things and physical conditions. People between death and rebirth live in a world that looks completely different from the world that initially surrounds us, and they speak a different language. Of everything that is spoken in our world, the dead can only take in what is spoken in spiritual science. Thus, in anthroposophy, we cultivate something that becomes more and more understandable to the dead, and in this field we also speak for those who are between death and rebirth. In this way, humanity is growing into a time when the influences of the spiritual world are becoming ever greater. The great events of the coming age will make themselves felt in all worlds. Even those between death and rebirth will have new experiences in the other world as a result of the new Christ event in the etheric world. However, they would be just as unable to understand them if they had not prepared themselves for them on earth, just as those who are incarnated here on earth must prepare themselves in order to receive the events of this important moment correctly. It is important for all souls who are incarnated today—regardless of whether they will still be physically incarnated or not—that they prepare themselves for these important coming events by taking in the anthroposophical truths. If they do not do this, they will have to wait. If they have not taken in what anthroposophy or spiritual science has to offer with their earthly consciousness, they will have to wait until they are embodied again in order to have the opportunity to take in the corresponding teachings here on Earth. For there are things that can only be experienced and learned here on Earth. That is why it is said: For example, in the spiritual world there is no possibility of knowing death, and a God had to descend into the physical world in order to die. And what is the mystery of Golgotha cannot be known in any other world as it can be known here in the physical world. We have been brought down into the physical world so that we may acquire something here that can only be acquired here. And Christ descended to human beings because he could only show them here in the physical world, in the mystery of Golgotha, where they could experience something that would then bear fruit in the spiritual world and carry on. But the seeds must be sown here in the physical world.

Summary of the ages:

Golden Age = Krita Yuga = approx. 20,000 years
Silver Age = Treta Yuga = approx. 15,000 years
Iron Age = Dvapara Yuga = approx. 10,000 years
Dark Age = Kali Yuga = approx. 5,000 years
Our age encompasses the next 2,500 years.